Willkommen auf der Website der Gemeinde Güttingen



Sprungnavigation

Von hier aus k?nnen Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:
Startseite Alt+0 Navigation Alt+1 Inhalt Alt+2 Suche Alt+3 Inhaltsverzeichnis Alt+4 Seite drucken PDF von aktueller Seite erzeugen



Die phantastische Geschichte vom "Hornbachwäldli", Teil 1


Festrede von Roberto Lüttin anlässlich der Bundesfeier am 1. August 2013

Güttin & Güttines Raumschiff
UFO im Hornbachwäldli
Güttin und Güttine von „Beta-Helvetania“  landeten zur Bundesfeier im Hornbachwäldli

Vielleicht kennen Sie es ja auch, gleich an der Brücke über den Hornbach, von der Neuwiesstrasse führt ein kleiner Weg am Bach entlang. Zwischen diesem Weg und dem Hornbach befindet sich ein kleines Wäldchen, - eben das hier genannte Hornbachwäldli.
Kleine Trampelpfade, die vielleicht von zahllosen Kindern auf Abenteuersuche entstanden sind, führen mal direkt und mal weiter weg am Bach entlang. Ein ganz besonderes Idyll ist das hier und wie ich erfahren konnte ging hier früher auch einmal ein alter Schulweg entlang.

Der Bach fliesst und rauscht, je nach Wasseraufkommen mal mehr, mal weniger geräuschvoll dahin und einige kleine Wasserfälle untermalen diese harmonische Geräuschkulisse noch zusätzlich.
Entlang des Ufers gibt es überall kräftige Baumwurzeln. Wie stämmige kraftvolle Beine der Uferbäume stehen Sie in der Uferböschung und haben sich fest verankert. Es ist auch für Erwachsene ein herrlicher Platz zum Träumen und Verweilen.
Genau hier nimmt unsere „phantastische“ Geschichte ihren Anfang. Aber hören Sie selbst.

Sie waren von einem entfernten anderen Sonnensystem, d.h. genau genommen von ihrem Heimatplaneten „Beta-Helvetania“ angereist. Ihr Raumschiff ist so klein, dass es zwischen den Wurzeln der Bäume am Hornbach Platz findet. Und dennoch ist es ein Raumschiff mit allen Möglichkeiten, nur halt sehr klein und man muss schon sehr genau hinschauen damit man es erkennen kann.
Mit diesem kleinen Raumschiff kam nun von diesem Planeten ein Wichtelpärchen angereist.
Ihre Namen sind Güttin, das Wichtelmännchen und Güttine, das Wichtelweibchen.

Sie sollen nämlich hier im Auftrag der Universität für „intergalaktische Völkerforschung“ herausfinden, wie die Schweizer und insbesondere die Einwohner von Güttingen leben und welche besonderen Merkmale diesen Menschen hier zu Eigen sind.

Beta-Helvetania selbst ist der kleinste Planet in diesem entfernten Sonnensystem von insgesamt 29 Planeten. So ist also Beta-Helvetania inmitten dieses Planetensystems durchaus mit der Position und Lage der Schweiz innerhalb der EU zu vergleichen. 

Die Bewohner von „Beta-Helvetania“ sind allesamt friedfertig, höflich, sehr nett und vielseitig interessiert. Aber noch eine besondere Eigenschaft besitzen die Beta-Helvetanier, und hierin sind sie mit den Verhaltenseigenschaften der Schweizer durchaus vergleichbar.
Sie sind nämlich klug genug, um sich, wo immer möglich, aus den vielen Unstimmigkeiten und Disharmonien, die zwischen den anderen Planeten ihres Sonnensystems, von Zeit zu Zeit herrschen, herauszuhalten.

Güttin und Güttine kamen kurz vor einem besonderen Schweizer Tag hier her, ohne es wirklich zu wissen. Denn sehr viel Erkenntnis über die Schweiz und insbesondere Güttingen, gibt es in der Universität noch nicht. Und um dazu mehr herauszufinden waren sie ja schliesslich angereist.
Auffallend war jedoch, dass sie beim Landeanflug überall grössere und kleinere quadratische, rote bewegliche Stoffe sahen. Und alle hatten diese waagerechten und senkrechten weissen Balken darauf.

Aber zunächst einmal mussten sie ihren genauen Landeplatz finden und sich dort einrichten. Und so entschlossen Sie sich, sich später darum zu kümmern.

Schon bald darauf hatten sie sich mit ihrem Raumschiff im Hornbachwäldli eingerichtet. Die Verbindung zur Datenbank und Universität von Beta-Helvetania, mit dem „Intergalaktischen Kommunikator“ (das ist ein Smartphone, das hier noch nicht entwickelt wurde), war eingerichtet und funktionierte prima.

So wurde es langsam dunkel und schliesslich wurde es Nacht über dem Hornbachwäldli. Als die Beiden Hand in Hand am Bachufer standen und sich ein wenig umsahen, konnten sie einen Ausschnitt des Sternenhimmels über ihnen funkeln sehen. Irgendwo weit dort oben waren sie zuhause und ein leichter Hauch von Heimweh strich durch ihre kleinen Wichtel-Herzen.

Ja und da merkte sogar der Hornbach, dass sich hier irgendetwas merkwürdiges ereignete und fast schien es so, dass sein Plätschern etwas stiller und achtsamer wurde, nur um dieses zarte Idyll ja nicht zu stören.

Am nächsten Morgen machte sich Güttin zu seiner ersten Exkursion auf, während Güttine noch einige Infos und Daten mit der Universitätsdatenbank austauschte.
Beta-Helvetanier sind Wichtel, die sich im Bedarfsfalle an einem Ort dematerialisieren und an einem anderen Ort wieder materialisieren können. Eine geniale Eigenschaft, die ihnen hier noch von grossem Nutzen sein wird. Sie können aber auch schweben, gehen, wie der Mensch und fliegen.

Nach ca. 2 Stunden kam Güttin von seiner Exkursion zurück.

„Nun erzähl schon, was hast Du gesehen und gehört?“, fragte Güttine ihr Wichtelmännchen, dem die Verwunderung seiner Erlebnisse im Gesicht geschrieben stand.
„Nun“, sagte Güttin schliesslich, „Ich schwebte zunächst den Bachlauf hinauf und kam nach einiger Zeit an etwas, dass aussah wie eine grosse, breite, schwarze, harte Fläche auf dem Menschen in metallenen, stinkenden und lärmenden Gegenständen permanent und hin und her unterwegs sind.
Auf einer senkrecht stehenden Plattform konnte ich „Hauptstrasse“ lesen und auf der gegenüberliegenden Seite war ein Platz, der auch eine schwarze Oberfläche hatte und eine Stange mit einem blauen „P“ drauf.
Auf dieser Fläche war aber niemand unterwegs. Und überall waren die  roten Stoffe mit den weissen Balken darauf. Einer senkrecht und einer waagerecht.

Plötzlich bewegten sich einige dieser Gegenstände mit Menschen drin von der schwarzen bandförmigen Fläche auf diesen schwarzen Platz mit dem „P“. Und die Menschen kamen aus diesen Gegenständen heraus und gingen durch eine Öffnung in ein grosses Gebilde hinein, welches neben der schwarzen Fläche steht.
Diese Fläche wurde immer voller, weil immer noch mehr Gegenstände mit Menschen drin herbei kamen. Und alle verliessen ihre Gegenstände und gingen durch diese Öffnung in dieses grosse Gebilde hinein.

Dann habe ich mich auch und ganz vorsichtig durch diese Öffnung geschlichen, weil ich nun doch wissen wollte, was all diese Menschen dort machten.
Ich stand plötzlich in einem grossen Hohlraum, dort hatten sich alle  versammelt. Sie redeten alle miteinander und durcheinander und ein anderer Mensch, der wohl schon vorher hier anwesend war, den haben sie „Beizer“ genannt. Der rannte ständig hin und her und brachte allen anderen etwas herbei, was diese Menschen dann gegessen und getrunken haben.
Sie haben auch etwas vom 1. August, der morgen sein soll, erzählt und dass das sie dann dieses und jenes tun wollten. Ich vermute mal, dass es sich um einen besonderen Tag für diese Menschen hier handeln muss. Mehr habe ich aber leider nicht heraus finden können.

Einer dieser Menschen sagte noch, bevor er wieder hinausging, dass sie sich übermorgen wieder zum „Znüni“ treffen würden und das er sich schon wieder auf de „Kaffi“ und uff es frisches „Gipfeli“ freuen würde.
Auf waaas freut der sich? fragte Güttine völlig überrascht.
Aber ohne direkt auf die Frage zu antworten sagte Güttin:
„Ach ja und noch was habe ich gehört. Einer hat eine „Ovo“ bestellt und bekommen, - damit er es zwar nicht besser könne, aber länger, - hat dann dieser „Beizer“ zu dem gesagt.
Und alle anderen haben daraufhin ganz laut gelacht und dabei mit dem Fingern auf den mit der „Ovo“ gezeigt.
Daraufhin habe ich gesehen, wie der sofort seine Gesichtsfarbe in ein leuchtendes Rot verfärbt hat.
Ich habe mir dann zuerst gedacht, dass der Beizer wohl den Gesichts-Färbevorgang gemeint haben könnte und der „Ovo-Mensch“ vielleicht genau das nicht besser können sollte, aber dafür länger.
Aber das konnte irgendwie schliesslich doch nicht gemeint gewesen sein, denn schon kurz darauf hat er wieder genau so ausgesehen wie vorher.“

Und nach einer Weile standen alle Menschen wieder auf, wünschten sich gegenseitig einen schönen 1. August und gingen wieder aus der Öffnung heraus, zurück in ihre beweglichen Gegenstände und verschwanden. Nur der „Beizer“ blieb zurück.

„Also jetzt mal eins nach dem Anderen. Auf was hat sich dieser Mensch gefreut? - fragte Güttine noch einmal nach.

Auf „Kaffi“ und „Gipfeli“ und uff`s „Znüni“, ich weiss ja auch nicht was er damit gemeint hat?“ - antwortete Güttin fast schon etwas resigniert.

Güttine sagte daraufhin, dass müssen wir sofort nach Beta-Helvetania weiter melden. Vielleicht bekommen wir dort erste Informationen zu den Begriffen und auch was es mit diesem 1. August auf sich hat.

Leider mussten Güttin und Güttine feststellen, dass die Datenbank auf Beta-Helvetania mit den Begriffen „Znüni“, „Kaffi“ und „Gipfeli“ überfordert war, und auch zum Begriff „Ovo“ gab es keinen Eintrag. Hierzu mussten sie also erst noch andere Wege finden, um das heraus zu bekommen.

Zum 1. August bekamen sie jedoch einige Hinweise und Güttine, die am „intergalaktischen Kommunikator“ sass, lass Güttin vor, was da stand:

1. August = gesetzlicher Bundes-Feiertag seit 1891 = regional und kantonal mit unterschiedlichen Ritualen und Gebräuchen = die Arbeit ruht, = stattdessen wird viel gegessen, getrunken, Musik gespielt, Theater aufgeführt, Trachten getragen und…… in sogenannten Festreden mancherorts über die --„Politiker“-- hergezogen (?), …… hääää?, was um alles auf Beta-Helvetania, sind denn „Politiker“?, fragte Güttin voller Verwunderung.
Aber Güttine sagte: „keine Ahnung“ und lass dann weiter:
.....am Abend wird traditionell der 1. Augustfunken entfacht und ein Feuerwerk abgebrannt. Mancherorts ist „Beflaggung“ angeordnet.
„So, so“, sagte Güttin, „Beflaggung ist angeordnet“ und musste sich eingestehen, dass er eigentlich nur noch „Bahnhof“ verstand.

Güttine schaltete sogleich den intergalaktischen Kommunikator auf „Standby“, klopfte Güttin auf die Wichtelschulter und sagte: „Komm mein Wichtelmännchen, dass schauen wir uns morgen einfach selbst genauer an!“

Und so machten sie sich am anderen Tag auf und Güttin und seine Güttine erlebten ihren allerersten 1. August, mit allem Drum und Dran. Und sie waren mächtig begeistert, wie die Güttinger dieses Fest zu feiern verstanden.
Allerdings beim Feuerwerk kam die grosse Angst auf, es könnte plötzlich ein Krieg ausgebrochen sein.
Aber als sie sahen und miterlebten, das die Güttinger völlig begeistert waren und sich über dieses scheinbare Kriegsspektakel freuten, beruhigten sich ihre Gemüter wieder. Aber ein wenig argwöhnisch blieben sie doch noch eine Weile.
Und schliesslich kehrten sie müde und bis zum Rand voll mit Eindrücken in ihr Raumschiff im Hornbachwäldli zurück, krochen in ihre kleinen Wichtel-Doppel-Betten, nahmen sich zärtlich in die Arme, - „hän no drü mol gschnufet  un sin igschlofe“.

Dass allerdings in diesem Augenblick für diese beiden Wichteli ein grosses Lebensabenteuer beginnen sollte, haben sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewusst.
Und sie haben auch noch nicht gewusst, dass sie vielleicht eines Tages einmal und unter der Mithilfe und Mitarbeit der Güttinger Einwohner einmal zu deren ureigenen Güttinger Maskottchen auserwählt werden könnten. Wenn Sie das vielleicht gerne möchten?

In diesem Sinne liebe Güttinger und liebe Gäste,.. die Geschichte könnte durchaus weiter gehen, denn es gibt sicher für diese beiden Wichteli noch einiges herauszufinden. Und wenn es Ihnen denn gefallen hat, dürfen Sie sich schon jetzt, ganz bestimmt, auf weitere Geschichten dazu freuen.

Damit bedanke ich mich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen allen noch einen schönen und gelungenen Festabend.

1. August 2013, Roberto Lüttin